Alles zur Bedie­nung Ihrer Atmos Uhr

Anlei­tung

Auf die­ser Anlei­tungs­sei­te fin­den Sie detail­lier­te Infor­ma­tio­nen zum Umgang mit Ihrer Atmos Uhr. Wir erklä­ren Ihnen, wie Sie Ihre Uhr rich­tig arre­tie­ren, wo Sie sie am bes­ten auf­stel­len und wie Sie sie einstellen. 

Kor­rek­tes Arre­tie­ren der Atmos-Uhr

Wenn Sie die Uhr arre­tie­ren oder die Zeit nach­stel­len wol­len ist es äußerst wich­tig, dass Sie war­ten, bis das Dreh­pen­del sich ganz nach rechts gedreht hat. Erst jetzt füh­ren Sie den Fest­stell­he­bel der sich unter dem Zif­fer­blatt befin­det von links nach rechts und arre­tie­ren damit das Pen­del. Ach­ten Sie auf eine ruhi­ge gleich­mä­ßi­ge Bewegung.

Kor­rek­tes Arre­tie­ren des Kali­ber 540

Beim Arre­tie­ren des Kali­ber 540 (pro­du­ziert von 1984 – 1987) gibt es eini­ge Beson­der­hei­ten zu beach­ten. Wie auch bei ande­ren Kali­bern muss der Arre­tier­he­bel, der sich hier unter dem Zif­fer­blatt befin­det, bis zum Anschlag nach rechts gescho­ben wer­den. Ach­ten Sie auch hier dar­auf, dass sich das Dreh­pen­del ganz nach rechts gedreht hat, bevor Sie den Hebel arre­tie­ren. Das Haupt­pro­blem hier­bei ist, dass das letz­te Drit­tel durch­aus schwer gehen kann. Es ist aber ent­schei­dend, denn der Hebel ras­tet bei den meis­ten Model­len in einer nicht sicht­ba­ren Nocke ein. Nur so ist das Pen­del gesi­chert und kann sich nicht wäh­rend des Trans­por­tes lösen. Ande­rer­seits kom­men häu­fig Schä­den wie eine abge­ris­se­ne Dreh­pen­d­el­fe­der vor. Auch eine ver­bo­ge­ne oder gebro­che­ne Regu­lier­hül­se, sowie eine ver­bo­ge­ne Anker­ga­bel oder ein beschä­dig­ter Arre­tier­me­cha­nis­mus kann mög­lich sein.

Vie­le die­ser Kali­ber haben auf dem Arre­tier­he­bel den klei­nen Auf­satz mit einem Gum­mi­stöp­sel, der bei geschlos­se­ner Schei­be das Zurück­rut­schen ver­hin­dern soll. Lei­der geht die­ses Teil ger­ne im Lau­fe der Zeit ver­lo­ren. Die ATMOS Ely­sée mit polier­tem Sockel, Rah­men und Säu­len hat zusätz­lich eine Arre­tier­schrau­be in der Boden­plat­te. Wenn man die­se sanft mit den Fin­gern anzieht, ist alles gesi­chert und es kann kaum noch etwas schiefgehen.

Der rich­ti­ge Standort

Wäh­len Sie einen ruhi­gen und sta­bi­len Platz für die Atmos-Uhr. Es soll­ten mög­lichst weni­ge Erschüt­te­run­gen, z.B. vom Boden, über­tra­gen wer­den. Stand­or­te an Außen­wän­den oder auf der Fens­ter­bank ohne zu viel direk­te Son­ne sind zu bevor­zu­gen, hier herrscht ein kon­stan­te­rer Tem­pe­ra­tur­wech­sel. Das hilft der Uhr Ener­gie abzu­grei­fen. Direk­te Son­ne sieht zwar schön aus, das Licht bricht sich an den vie­len Struk­tu­ren der Uhr, dau­er­haft kann jedoch das Zif­fer­blatt ausbleichen.

Ausrichten der Atmos-Uhr von Jaeger-LeCoultre

Kor­rek­tes Auf­stel­len der Atmos-Uhr

Lösen Sie falls vor­han­den zuerst die Arre­tier-Schrau­be, die sich unter der Uhr befin­det. Wich­tig hier­bei ist es, die­se bis zum Anschlag her­aus zu drehen.
Plat­zie­ren Sie die Uhr auf ihren vor­ge­se­he­nen Platz und rich­ten Sie die­se mit­hil­fe einer Was­ser­waa­ge und den vor­de­ren Stell­füß­chen so gut es geht aus. Vie­le Uhren haben dafür eine ein­ge­bau­te Libel­le. Stel­len Sie nun die Zeit ein, wie im nächs­ten Abschnitt beschrieben.

Uhr­zeit einstellen

Falls nicht gesche­hen, arre­tie­ren Sie Ihre Uhr. War­ten sie bis das Dreh­pen­del ganz nach rechts gedreht ist und schie­ben Sie dann den Arre­tier­he­bel auf die rech­te Sei­te. Bei Unklar­hei­ten lesen sie hier­zu den Abschnitt Kor­rek­tes Arre­tie­ren der Atmos-Uhr.

Beim Ein­stel­len der Zeit gilt es bei Ihrer Atmos-Uhr ein paar grund­le­gen­de Punk­te zu beachten:

  • Dre­hen Sie den Minu­ten­zei­ger nie rückwärts.
  • Berüh­ren Sie mit Ihren Fin­gern nicht das Zif­fer­blatt. Kleins­te Schweiß­teil­chen füh­ren nach Jah­ren zu Fle­cken auf dem Zif­fer­blatt, die nicht mehr zu besei­ti­gen sind.

Haben Sie Ihre Uhr arre­tiert, stel­len Sie die Uhr­zeit eini­ge Minu­ten vor die aktu­el­le Zeit, am bes­ten neh­men Sie eine Funk­uhr zur Hil­fe. Dre­hen Sie nun äußerst vor­sich­tig und stel­len die Zeit, nur am Minu­ten­zei­ger und aus­schließ­lich im Uhr­zei­ger­sinn. War­ten Sie bis die vor­ge­stell­te Zeit erreicht ist und lösen Sie lang­sam und gleich­mä­ßig den Arre­tier Hebel. Bei man­chen Uhren geht die­ser kon­struk­ti­ons- und alters­be­dingt etwas schwer­gän­gig, ach­ten Sie dar­auf, den Hebel lang­sam zu lösen und dem Pen­del kei­nen extra Schwung zu geben. Ein Über­dre­hen des Pen­dels wür­de zu Schä­den an der Anker­ga­bel füh­ren. Das Pen­del soll­te sich nun frei dre­hen und braucht eini­ge Tage um sei­nen Schwung zu fin­den. Vor einer Fein­jus­ta­ge soll­ten Sie die Uhr daher ein paar Tage lau­fen lassen.

Möch­ten Sie Ihre Uhr von Som­mer auf Win­ter­zeit, also eine Stun­de zurück, stel­len, beach­ten Sie den Minu­ten­zei­ger 11 Umdre­hun­gen (Stun­den) vor­wärts zu dre­hen, um die gewünsch­te Zeit zu erreichen.

Zeit nachjustieren Atmos-Uhr von Jaeger-LeCoultre

Zeit fein­jus­tie­ren

Jede Atmos-Uhr kann und soll­te nach erfolg­rei­cher Inbe­trieb­nah­me und per­fek­tem Aus­rich­ten von Zeit zu Zeit nach­jus­tiert wer­den, um die gewünsch­te Gang­ge­nau­ig­keit zu errei­chen. Man kann eine Atmos auf erstaun­li­che Gang­ge­nau­ig­keit jus­tie­ren, mit etwas Lie­be und Geduld ver­steht sich. Dabei gibt es ver­schie­de­ne Atmos-Vari­an­ten, alle las­sen sich aber vom Prin­zip her gleich justieren:

Ober­halb des Zif­fer­blat­tes befin­det sich an jeder Atmos-Uhr ein klei­ner Jus­tier­he­bel. Hier gibt es auch Son­der­va­ri­an­ten, wie z.B. ein Dreh­räd­chen bei den alten und sel­te­nen „ATMOS II“ Model­len. Das Prin­zip ist aber dasselbe.

Die Jus­ta­ge ist nach links und rechts begrenzt und jeweils am Anschlag gekenn­zeich­net. Ent­we­der mit dem Minus- und Plus-Sym­bol, mit „s f“ (eng.: slow/fast), oder mit „r a“ (franz: retard/avance).

Den Hebel nach links (-/s/r) zu bewe­gen steht immer für das Ver­lang­sa­men der Zeit und den Hebel nach rechts zu (+/f/a) bewe­gen bewirkt ein ver­schnel­lern der Atmos-Uhr.

Die Hebel wer­den glei­tend ein­ge­stellt und ras­ten in kei­ner Posi­ti­on ein. Die ein­zel­nen Stri­che ste­hen jeweils für cir­ca 10–15 Sekun­den Vor- oder Nach­lauf am Tag. So haben Sie die Mög­lich­keit, cir­ca 1 Minu­te pro Tag Vor- bzw. Nach­gang selbst zu korrigieren.

Bei dern ATMOS II Model­len wird dies etwas auf­wän­di­ger durch ein Dreh­räd­chen, auch Fein­jus­tier­räd­chen genannt, erle­digt. Die­se gibt es in der Vari­an­te nach hin­ten (frü­he­re ATMOS II) oder nach vor­ne gerich­tet (ATMOS II um die 20Tsd-er Num­mer). Man kann sich dabei mer­ken: nach rechts dre­hen (also qua­si „Hahn zu“) bedeu­tet lang­sa­mer, nach links dre­hen (Hahn auf…“) bedeu­tet schnel­ler.  Eine vol­le Umdre­hung gibt Ihnen ca 15 Sekun­den Ver­än­de­rung der Geschwin­gig­keit pro Tag. Aber hier soll­ten Sie sorg­sam vor­ge­hen und sich dem gewünsch­ten Ergeb­nis lang­sam „nähern“.

Was tun, wenn die Atmos ste­hen bleibt?

Dies ist wich­tig, da oft beim Ver­such, das gute Stück wie­der anzu­schie­ben oder ähn­li­chem, teu­re Feh­ler gemacht wer­den. Feh­ler, die letzt­lich meist etwas kaputt machen und einen Scha­den ver­ur­sa­chen kön­nen. Auch kann die Uhr natür­lich nicht von Allei­ne wie­der anfan­gen zu lau­fen. Sie braucht dazu Ihre sorg­sa­me Hilfe!

Was soll­te man nicht tun:

Sie soll­ten auf kei­nen Fall ein­fach am Minu­ten­zei­ger dre­hen und ver­su­chen die Zeit ein­zu­stel­len. Berüh­ren Sie die Zei­ger nicht!

Manch­mal wur­de uns berich­tet „Ich habe den Minu­ten­zei­ger vor­wärts bewegt und die Uhr ist wie­der ange­lau­fen.“ Kurz danach blieb sie wie­der ste­hen. Was ist pas­siert? Der klei­ne sil­ber­ne Zylin­der am obe­ren Ende der Dreh­pen­del­säu­le ist, wenn die Uhr ste­hen­ge­lie­ben ist, qua­si mit der Anker­ga­bel ein­ge­kup­pelt, er zeigt nach vor­ne. Es ist der Moment wo man den Zei­ger immer etwas sprin­gen sieht, und zwar alle 30s jeweils ein hal­be Minu­te vor­wärts. Durch das Bewe­gen des Zei­gers in die­sem Zustand beschä­digt man all­zu­oft etwas im Räder­werk und/oder ver­biegt die fra­gi­le Anker­ga­bel und die Uhr kann nicht mehr ordent­lich lau­fen. Wenn überhaupt.

Was soll­te man tun?

Wenn die Uhr ste­hen geblie­ben ist, dre­hen Sie das Dreh­pen­del vor­sich­tig mit dem Fin­ger um ca. 180 Grad nach rechts. Arren­tie­ren Sie anschlie­ßend die Uhr mit dem Arre­tier­he­bel. Nun kön­nen Sie am Minu­ten­zei­ger die Kor­rek­te Uhr­zeit ein­stel­len wie im Abschnitt Zeit ein­stel­len beschrie­ben. Danach kön­nen Sie den Arre­tier­he­bel wie­der lösen. Die Uhr wird nun wie­der anlau­fen. Soll­te sie nach eini­ger Zeit wie­der ste­hen blei­ben, kann man nun gewiss sein, dass das die Uhr eine Revi­si­on braucht. Oft läuft sie dann aber wie­der für Wochen, Mona­te oder Jah­re. Je nach­dem, was die Ursa­che des Still­stands war. Falls Sie sich unsi­cher sind oder Hil­fe benö­ti­gen, kon­tak­tie­ren Sie uns ger­ne. Auch wenn Ihre Uhr eine Revi­si­on benö­tigt sind wir für Sie erreichbar.

Tipps zur kal­ten Jahreszeit

Soll­te Ihre Atmos wäh­rend der kal­ten Jah­res­zeit in einem rela­tiv küh­len Raum ste­hen (stän­dig unter 16–17 Grad), gön­nen Sie Ihrer Uhr ab und an etwas Wär­me. Arre­tie­ren Sie hier­für Ihre Atmos wie im Abschnitt Kor­rek­tes Arre­tie­ren der Atmos-Uhr beschrie­ben. Damit ist die Uhr gesi­chert und Sie kön­nen das gute Stück für ein zwei Tage in einen wär­me­ren Raum stel­len. So stel­len Sie die Auf­zugs­funk­ti­on sicher und Ihre Uhr wird es Ihnen dan­ken! Ach­ten Sie beim Lösen des Arre­tier­pen­dels immer dar­auf, dass das Dreh­pen­del nicht mit Schwung startet.

Revi­si­on

Oft bekom­men wir Emails von besorg­ten Kun­den, deren Atmos-Uhr ste­hen geblie­ben sind. Sie befürch­ten oft, dass nun eine grö­ße­re Repa­ra­tur fäl­lig wäre und Druck­do­se oder Dreh­pen­d­el­fe­der defekt sei­en. Da brau­chen Sie sich erst­mal kei­ne Sor­gen machen, denn in 99% der Fäl­le ist nur eine Revi­si­on fäl­lig und wenn die Uhr nicht falsch behan­delt wur­de wer­den kei­ne Ersatz­tei­le benötigt.

Eine Revi­si­on ist bei jeder Atmos-Uhr je nach Umwelt­ein­flüs­sen und Stand­ort ca. alle 10–25 Jah­re fäl­lig. Dabei wird das Uhr­werk in alle Ein­zel­tei­le zer­legt, wel­che anschlie­ßend geprüft und sorg­sam gerei­nigt wer­den. Danach wird das Werk wie­der zusam­men gesetzt, über meh­re­re Wochen Gang und Gang­ge­nau­ig­keit geprüft und fein­jus­tiert. Soll­ten Tei­le, wie die Druck­do­se oder eine geris­se­ne Dreh­pen­d­el­fe­der, aus­zu­wech­seln sein, dann neh­men wir nach ers­ter Begut­ach­tung natür­lich Kon­takt mit Ihnen auf. Auf Wunsch ist auch eine Ver­gol­dung, Ver­ni­cke­lung, Rho­di­nie­rung oder Ver­sil­be­rung des Gehäu­ses möglich.

Kon­tak­tie­ren Sie uns ein­fach und wir kön­nen Ihnen einen vor­be­rei­te­ten, weich gepols­ter­ten Ver­sand­kar­ton zusen­den, der den Trans­port für Ihre Atmos sicher macht. Dann revi­die­ren wir ger­ne Ihre Atmos. Wenn Sie einen bes­tens ver­si­cher­ten Valo­ren­trans­port wün­schen, so kön­nen wir Ihnen auch die­sen Wert­trans­port, von Haus zu Haus, anbie­ten bzw. orga­ni­sie­ren. Neh­men Sie ein­fach Kon­takt mit uns auf, wir hel­fen Ihnen gerne.

Atmos-Atelier-Logo

Alexander Heeg
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