Häu­fig gestell­te Fragen

Fra­gen & Antworten

Hier haben wir eini­ge Fra­gen und Ant­wor­ten gesam­melt, die wir häu­fig gestellt bekom­men. Haben Sie wei­te­re Fra­gen? Kon­tak­tie­ren Sie uns ger­ne per Mail oder rufen Sie uns an.

Atmos Kaliber 540 von Jaeger LeCoultre, Logo-Aufnahme
Braucht eine Atmos-Uhr Öl?

Immer wie­der begeg­net man dem sich hart­nä­ckig hal­ten­den Gerücht, dass auch eine Atmos-Uhr – das rich­ti­ge syn­the­ti­sche Wun­der-Mit­tel­chen vor­aus­ge­setzt – an ver­schie­de­nen Stel­len geölt wer­den muss. Dem ist nicht so. Anders als bei vie­len ande­ren Uhren, ist die Atmos-Uhr sozu­sa­gen eine Aus­nah­me-Erschei­nung: Kei­nes der Zahn­rä­der oder der sehr fei­nen Dreh­zap­fen oder Rubi­ne benö­tigt Öl. Weder klas­si­sche Öle die im Bereich der Gross­me­cha­nik ver­wen­det wer­den, noch moder­ne syn­the­ti­sche Öle, wie man sie in der Mikro­me­cha­nik benutzt, ver­hel­fen der Atmos-Uhr zu ihrem gra­zi­len Schwung. Viel­mehr ist das Gegen­teil der Fall: Bereits win­zi­ge Men­gen Öl in einem der Rubi­ne kann zu star­ken Gang­un­ge­nau­ig­kei­ten und deut­lich schnel­le­rem Ampli­tu­den­ver­lust füh­ren. Schlimms­ten­falls bleibt die Uhr ein­fach stehen.

 

Öl wird in der Mecha­nik vor allem dort ver­wen­det, wo sich Tei­le schnell bewe­gen und dadurch z.B. eine hohe Tem­pe­ra­tur ent­steht oder die Abnut­zung stark beein­flusst wird. Hier wer­den klas­si­sche Öle ver­wen­det (meist: Klau­en­öl), um eine schmie­ren­de Wir­kung zu erzie­len oder z.B. im Moto­ren­bau hohe Rei­bungs­tem­pe­ra­tu­ren in Schach zu hal­ten. Der gro­ße Nach­teil der klas­si­schen Öle ist der schnel­le Ver­schleiss: Nach rela­tiv kur­zer Zeit begin­nen klas­si­sche Öle zu ver­di­cken und zu ver­har­zen. In der Geschich­te der Uhr­ma­che­rei hat man mit ver­schie­de­nen Mit­tel­chen ver­sucht gegen die­sen Ver­schleiss anzu­kämp­fen, z.B. durch alte­rungs­hem­men­de Sta­bi­li­sa­to­ren, die das Öl rela­tiv alte­rungs­sta­bil machen. Jedoch ver­lie­ren auch die­se Sta­bi­li­sa­to­ren zeit­be­dingt ihre Wir­kung und das klas­si­sche Öl ver­läuft lang­fris­tig eine pro­gres­si­ve Alterungskurve.

Mit der Ent­wick­lung syn­the­ti­scher Öle hat sich für die Uhr­ma­che­rei eine neue Pfor­te auf­ge­tan. Eine deut­lich höhe­re Alte­rungs­be­stän­dig­keit bezeich­net die Kern­ei­gen­schaft syn­the­ti­scher Öle. Durch Zuga­be von Addi­ti­ven wur­de auch die Schmier­fä­hig­keit auf ein Level ange­ho­ben, die auch schwie­ri­gen Rei­bungs­ver­hält­nis­sen gerecht wird.

Für die Atmos-Uhr sind aber auch die­se fort­schritt­li­chen Öle nicht gut genug. Ver­schie­de­ne Fak­to­ren sind der Grund dafür, dass die Atmos-Uhr fast völ­lig ohne Öle aus­kommt. Mit­un­ter ist das Werk der Atmos-Uhr häu­fig den unter­schied­lichs­ten atmo­sphä­ri­schen Bege­ben­hei­ten und Schwan­kun­gen aus­ge­setzt und das für eine sehr lan­ge Lauf­zeit (mit­un­ter über 30 Jah­re am Stück). Hier ver­har­zen auch die bes­ten syn­the­ti­schen Öle.

Vor­der­grün­dig ist eine Atmos-Uhr aber aus einem ande­ren, sehr simp­len Grund „Öl-frei“: Sie braucht schlicht und ergrei­fend kein Öl. Die in der Uhren­welt ein­zig­ar­ti­ge Lauf­ru­he mit nur 120 Halb­schwin­gun­gen pro Stun­de (2 Halb­schwin­gun­gen pro Minu­te; das ent­spricht einer Fre­quenz von 0,01666 Hz), lässt die fra­gi­len Zahn­rä­der so behut­sam inein­an­der­grei­fen, dass ein Ver­schleiss selbst über vie­le Jahr­zehn­te nicht fest­zu­stel­len ist. Mit­un­ter ist das einer der Haupt­grün­de für die ver­gleichs­wei­se weit aus­ein­an­der lie­gen­den War­tungs­in­ter­val­le (je nach Modell und Zustand nach unse­rer Erfah­rung vari­ie­ri­end zwi­schen 10–25 Jah­ren). Die ruhi­gen Bewe­gun­gen der Atmos ver­lei­hen der Uhr also nicht nur ihre Ele­ganz, son­dern auch ihre Langlebigkeit.

Eine Atmos-Uhr kommt des­we­gen bereits aus der Manu­fak­tur so „tro­cken“ wie mög­lich. Die ein­zel­nen Zahn­rä­der und Zap­fen sind nahe­zu kli­nisch rein. Das ein­zi­ge Schmier­mit­tel, was Sie an einer Atmos-Uhr fin­den soll­ten befin­det sich gut ver­steckt im Feder­haus. Dort sitzt eine Feder­schne­cke, die einen hauch­dün­nen Film syn­the­ti­sches Öl trägt, der garan­tiert, dass die Feder auch über Jah­re rost­frei bleibt und ihren Dienst in der Atmos ver­rich­ten kann.

Wie nivel­lie­re ich mei­ne ATMOS ohne Libel­le, oder wenn die Libel­le nicht kor­rekt anzeigt?

Vie­le Inter­es­sier­te unter­schät­zen, wie wich­tig es ist, dass eine Atmos-Uhr exakt nivel­liert wird. Das rich­ti­ge Jus­tie­ren der Uhr beein­flusst die Gang­ge­nau­ig­keit sehr. Wir haben Erfah­run­gen mit ATMOS-Lieb­ha­bern gemacht, deren Uhren bis zu 45 Minu­ten am Tag zu schnell lie­fen. Wie sich her­aus­stell­te lag das Pro­blem sehr häu­fig in einer unsau­be­ren Aus­rich­tung des Drehpendels.

Die neue­ren Model­le haben alle Atmos-Uhren mit­tig eine klei­ne Was­ser­waa­ge ein­ge­baut. Sie wird auch „Libel­le“ genannt. Hier­mit ist das jus­tie­ren der Atmos-Uhr sehr ein­fach. Hier nutzt man die bei­den Dreh­füß­chen vor­ne links und rechts an der Boden­plat­te, um die Uhr mit­tig auszurichten.

Vie­le der Libel­len sind lei­der nicht kor­rekt ein­ge­baut – oder mit der Zeit „abge­sun­ken“ – so dass sie nicht immer ver­läss­lich die abso­lut waa­ge­rech­te Posi­ti­on einer ATMOS anzei­gen. Das führt dann dazu, dass ein ATMOS Besit­zer sei­ne Uhr nach der Libel­le aus­rich­tet, das gute Stück dann aber nicht läuft, weil sie eben nicht waa­ge- und lot­recht genau steht.

 

Es gibt ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten der Jus­tie­rung Ihrer Uhr manu­ell bei­zu­kom­men – je nach Modell der Atmos. Sehr häu­fig wird damit die Uhr bes­ser aus­ge­rich­tet, als mit einer Was­ser­waa­ge, die nur auf das Gehäu­se gelegt wird. Sie stel­len damit sicher, dass Sie das Pen­del nicht am Gehäu­se aus­rich­ten, son­dern das Pen­del tat­säch­lich mit sei­ner Auf­hän­gung (den Pla­ti­nen) im Lot steht.

Man­che ATMOS-Model­le haben eine zen­tra­le Arre­tier­schrau­be unter­halb des Pen­dels, die in der Boden­plat­te liegt. Ver­su­chen Sie das Pen­del in Rela­ti­on zu die­ser Arre­tier­schrau­be zu zen­trie­ren – nut­zen Sie hier­für wie gewohnt die Dreh­füß­chen. Wenn das Pen­del zen­trisch über der Arre­tier­schrau­be liegt, soll­te ihre Uhr kor­rekt aus­ge­rich­tet sein.

Wenn ihre Uhr kei­ne Arre­tier­schrau­be unter dem Pen­del hat, geht man wie folgt vor:
Betrach­ten Sie die Uhr (nach Mög­lich­keit) seit­lich. Ziel ist es, einen frei­en Blick auf das unte­re Ende des Pen­dels zu haben, wo es durch einen schma­len Durch­bruch der Pla­ti­nen verläuft.
Am unte­ren Ende des Dreh­pen­dels sehen Sie die­sen Durch­bruch: Das Pen­del geht hier durch eine ein­ge­fräs­te Öff­nung. Ver­su­chen Sie das Pen­del nun anhand die­ses Durch­bruchs zu zen­trie­ren – nut­zen Sie hier­für eben­falls wie gewohnt die Dreh­füß­chen. Wenn der klei­ne Tel­ler knapp ober­halb der Öff­nung zu dem Durch­bruch zen­trisch aus­ge­rich­tet ist, haben Sie ihre Uhr kor­rekt justiert.

Zeit­um­stel­lung bei der ATMOS – Wie stel­le ich die Zeit bei mei­ner ATMOS „um“?

Die Zeit­um­stel­lung ist für vie­le ATMOS Besit­zer etwas Unge­wohn­tes und daher Kom­pli­zier­tes. Man kann dabei auch wirk­lich etwas schwer­wie­gend falsch machen.

Bit­te beach­ten Sie:

  • Nie den Minu­ten­zei­ger rück­wärts drehen!
  • Mit dem Zei­ge­fin­ger nicht das Zif­fer­blatt berüh­ren! Kleins­te Schweiß­teil­chen füh­ren nach Jah­ren zu Fle­cken auf dem Zif­fer­blatt, die nicht mehr zu besei­ti­gen sind.

Bei der Zeit­um­stel­lung Som­mer auf Win­ter­zeit (d.h. die Zeit wird um eine Stun­de zurück gestellt) Ihrer Atmos gehen Sie wie folgt vor:
Las­sen Sie das Dreh­pen­del nach rechts lau­fen bis zum Umkehr­punkt – also dem Punkt, wo das Dreh­pen­del kurz steht. Dort arre­tie­ren Sie Ihre Uhr, d.h. schie­ben Sie den Arre­tier­he­bel nach rechts, damit das Dreh­pen­del nicht wei­ter lau­fen kann. Nun dre­hen Sie am Minu­ten­zei­ger 11 Umdre­hun­gen (Stun­den) vor­wärts und stel­len so die neue Zeit ein.
Anschlie­ßend wie­der vor­sich­tig die Arre­tie­rung lösen. Fertig.

Wor­auf gilt es beim Kauf einer Atmos-Uhr zu ach­ten? Unse­re Tipps!

Grund­sätz­lich gilt: Man kauft, was man sieht! Ver­su­chen Sie daher die Uhr selbst, oder aber Fotos der Uhr ganz genau zu inspi­zie­ren. Ach­ten Sie auf die Gehäu­se-Ecken, oft sind hier so genann­te „Span­nungs­ris­se“ vor­han­den, die irrepa­ra­bel sind. Die­se tre­ten vor allem bei den Modell-Bau­rei­hen wie dem Kali­ber 528/8 und Kali­ber 519 auf, sind aber auch bei ande­ren Kali­bern und Model­len kei­ne Seltenheit.

Auch das Zif­fer­blatt spielt eine wich­ti­ge Rol­le. Oft weist die­ses Ver­fär­bun­gen auf, oder Krat­zer. Sehen Sie hier genau hin. Der all­ge­mei­ne Zustand der Gehäu­se-Ver­gol­dung soll­te immer dem Alter ent­spre­chen. Eine Uhr mit zu vie­len Fle­cken wur­de meist nicht pfleg­lich behandelt.

Fra­gen Sie den Ver­käu­fer nach der His­to­rie der Uhr, even­tu­ell gibt es Hin­wei­se zu bereits durch­ge­führ­ten Reparaturen.

Wor­auf soll­te ich ach­ten, wenn ich eine Atmos-Uhr ver­schi­cke oder ver­schi­cken lasse?

Das aller­wich­tigs­te ist immer: Arre­tie­ren Sie das Dreh­pen­del voll­stän­dig. Je nach Modell gibt es immer einen Arre­tier­he­bel (unter dem Zif­fer­blatt oder unter dem Sockel), und häu­fig noch eine zusätz­li­che Arre­tier­schrau­be, die mit­tig unter der Uhr sitzt. Der Hebel muss, wenn das Dreh­pen­del ganz nach rechts geschwun­gen ist, auf die rech­te Sei­te gescho­ben wer­den. Ach­ten Sie dar­auf, dass der Hebel wirk­lich ganz nach rechts gescho­ben ist, oft gibt es am Ende noch einen klei­nen Wider­stand, der über­wun­den wer­den muss, um den Hebel wirk­lich fest ein­ras­ten zu las­sen. Soll­ten Sie die zusätz­li­che Arre­tier­schrau­be mit­tig unter der Uhr haben, schrau­ben Sie die­se von Hand fest. Genaue­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie in unse­rer Anleitung.

Nun emp­feh­len wir aus­rei­chend weich zu ver­pa­cken. Es gilt die Faus­re­gel: Immer dop­pelt ver­pa­cken. Rol­len Sie die Uhr selbst z.B. sehr dick in Luft­pols­ter-Folie ein, set­zen Sie dann die­ses Paket in einen gro­ßen Kar­ton (bit­te immer deut­lich über­di­men­sio­nie­ren, nie­mals Schuh­kar­ton-Grö­ße) und stop­fen alle Ecken und kan­ten mit wei­chem Pols­ter­ma­te­ri­al aus. Die Uhr muss weich gepols­tert wer­den, ver­wen­den Sie kein Sty­ro­por. Ist die Uhr weich ver­packt, kön­nen Sie das Paket auf die Rei­se geben.

Wie bestimm­te ich das Bau­jahr und das Modell mei­ner Atmos-Uhr?

Es gibt kei­ne offi­zi­el­le Lis­te anhand derer das Bau­jahr Ihrer Uhr bestimmt wer­den kann. Wir grei­fen hier auf unse­re eige­nen Daten zurück, die wir über Jah­re gesam­melt haben. Ger­ne hel­fen wir bei der Modell- und Bau­jahr-Bestim­mung Ihrer Uhr. Schrei­ben Sie uns hier­zu am bes­ten ein­fach eine Email mit einem Bild der Uhr und der Seri­en­num­mer. So kön­nen wir das Bau­jahr Ihrer Uhr ohne wei­te­res für Sie bestim­men. Die Seri­en­num­mer fin­den Sie mit­tig oben auf der Uhr eingestanzt.

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Alexander Heeg
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