Die Atmos – eine mechanische Uhr, die buchstäblich von Luft lebt

Geschichte, Teil 1: Erfunden wurde die Atmos 1928 von dem Schweizer Ingenieur Jean-Léon Reutter, Anfang der 1930er-Jahre wurde sie von Jaeger-LeCoultre zur Serienreife gebracht. Die Uhr zieht sich allein durch kleinste Schwankungen der Umgebungstemperatur selbst auf.
In einer hermetisch verschlossenen Kapsel dehnt sich ein spezielles Gasgemisch schon bei einer Temperaturänderung von einem Grad Celsius aus oder zieht sich zusammen. Diese Bewegung spannt die Zugfeder und hält das Werk über Tage in Gang. Vollständig aufgezogen läuft die Atmos sogar sechs Monate ohne Unterbrechung.
Ihr Drehpendel schwingt nur zweimal pro Minute. Das hält den Energieverlust gering und macht die Atmos zu einem der effizientesten mechanischen Zeitmesser, die je gebaut wurden.
Sie verbindet Wissenschaft und Handwerkskunst: ein Luxusobjekt und ein Stück angewandter Physik zugleich.
