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Rat­ge­ber

Braucht eine Atmos Öl?

Kurz gesagt: so gut wie nicht. Im Ver­gleich zu allen ande­ren Uhren läuft die Atmos qua­si ohne Öl – das ist kein Ver­säum­nis, son­dern liegt in ihrer Bau­wei­se. War­um das so ist und war­um zusätz­li­ches Öl der Uhr sogar scha­det, erklä­ren wir hier.

Ein Gerücht, das sich hält

Immer wie­der hört man, auch eine Atmos müs­se an eini­gen Stel­len geölt wer­den – mit dem rich­ti­gen syn­the­ti­schen Mit­tel, ver­steht sich. Dem ist nicht so. Wo ande­re mecha­ni­sche Uhren an vie­len Stel­len geölt wer­den, kommt die Atmos an Zahn­rä­dern, fei­nen Zap­fen und Lager­stei­nen prak­tisch ohne Öl aus.

War­um die Atmos fast ohne Öl auskommt

Öl braucht man in der Mecha­nik vor allem dort, wo sich Tei­le schnell bewe­gen, Wär­me ent­steht und Rei­bung das Mate­ri­al abnutzt. Bei der Atmos ist das Gegen­teil der Fall: Ihr Dreh­pen­del braucht für ein Hin und Her eine gan­ze Minu­te – zwei Halb­schwin­gun­gen pro Minu­te, 120 in der Stun­de. Bei die­sem ruhi­gen Takt grei­fen die zar­ten Räder so behut­sam inein­an­der, dass selbst nach Jahr­zehn­ten kaum Ver­schleiß fest­zu­stel­len ist.

Dazu kommt die lan­ge Lauf­zeit. Eine Atmos läuft oft vie­le Jah­re am Stück und ist dabei allen Schwan­kun­gen von Tem­pe­ra­tur und Luft aus­ge­setzt. Über so lan­ge Zeit ver­di­cken und ver­har­zen alle Öle – die klas­si­schen schnell, die moder­nen syn­the­ti­schen lang­sa­mer, aber auch sie.

Was Öl in einer Atmos anrichtet

Öl, das nach­träg­lich in die Lager­stei­ne gege­ben wird, bremst das Pen­del. Die Uhr geht unge­nau, der Schwung lässt deut­lich schnel­ler nach, und im schlimms­ten Fall bleibt sie ein­fach ste­hen. Ver­h­arz­tes Öl fin­den wir immer wie­der, wenn wir eine Atmos öff­nen, an der schon ein­mal jemand „nach­ge­hol­fen“ hat.

Ganz tro­cken ist sie nicht

Ganz ohne Schmier­mit­tel ist die Atmos trotz­dem nicht: Gut ver­steckt im Feder­haus sorgt ein hauch­dün­ner Film syn­the­ti­schen Öls dafür, dass die Feder über vie­le Jah­re rost­frei bleibt. Ansons­ten ver­lässt eine Atmos die Manu­fak­tur so tro­cken wie mög­lich – Räder und Zap­fen sind nahe­zu kli­nisch rein.

Was das für Sie heißt

  • Ölen Sie Ihre Atmos nie selbst – auch nicht mit spe­zi­el­lem Uhrenöl.
  • Öff­nen Sie das Werk nicht. Die Tei­le sind fein, und schon Fin­ger­ab­drü­cke schaden.
  • Bei einer Revi­si­on rei­ni­gen wir Pla­ti­nen, Räder und Lager­stei­ne gründ­lich und ent­fer­nen alte Rück­stän­de – genau das hält die Uhr in Gang.

Wei­te­re kur­ze Ant­wor­ten fin­den Sie in unse­ren häu­fi­gen Fra­gen, die Hand­grif­fe zum Ein­stel­len in der Anlei­tung.

Ist an Ihrer Atmos schon geölt worden?

Wenn Sie nicht sicher sind, schi­cken Sie uns ein paar Fotos von Vor­der­sei­te, Rück­sei­te und Werk per E‑Mail oder Whats­App. Oder rufen Sie uns an – oft lässt sich schon am Tele­fon klä­ren, was Ihre Uhr braucht.

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